Archiv
- Kampf ums Vermächtnis
Während die Ära des Linke-Vorsitzenden Oskar Lafontaine zu Ende
geht, spielen sich in der Partei mehrere Auseinandersetzungen ab, die mit seiner Amtszeit und seinem Rückzug zu tun haben. Mindestens diese: Debatte ums künftige Parteiprogramm, neu aufgeflammter Streit um die Doppelspitze und auch so etwas wie ein Kampf um das politische Vermächtnis Lafontaines. Dieser hatte Mitte Februar [...]
- Schnüffel GmbH und Co.
Über die Methoden der Agentur CMK, die das Privatleben von Politikern ausgespäht hat, war hier bereits ausführlich die Rede. Der Skandal hat sich inzwischen zu einem mehrdimensionalen Kampfgeschehen ausgeweitet: Bunte gegen Stern, Politiker gegen Bunte, CMK gegen Stern und so weiter. Der Gesellschafter der “Presseagentur”, Stefan Kießling, hat sich vor ein paar Tagen „nochmals in [...]
- Bunte lässt beschatten
Der Stern “enthüllt”, wie die Bunte Politiker bespitzelt hat – die Zeitschrift spricht von Verleumdung. Über Lafontaine, Privatsphäre und ein mediales Geschäftsmodell
- Bartschs Reaktion
Diese Reaktion kam nicht überraschend: Dietmar Bartsch hat die
Vorwürfe zurückgewiesen, die Oskar Lafontaine in einem Interview mit dem Neuen Deutschland gebündelt, zugespitzt und erstmals selbst in dieser Deutlichkeit öffentlich erhoben hat. „Ich verbitte mir das“, sagte der Noch-Bundesgeschäftsführer, die Anschuldigungen träfen „so nicht zu“. Alles Weitere wolle er in den zuständigen Gremien besprechen und sich [...]
- Wasser und Salz
Oskar Lafontaine hat dem Neuen Deutschland ein langes Interview gegeben. Es geht um Schwarz-Gelb, die Koalitionsfrage, Kursfestlegungen und rote Linien, die SPD-Regierungszeit des scheidenden Linken-Chefs im Saarland und was sich seither in dessen Politikverständnis verändert, besser: radikalisiert hat. Davon erfährt nichts, wer nur die Nachrichten über das Interview liest. In denen geht es fast ausnahmslos [...]
- Letzter Arbeitstag
Oskar Lafontaine legt zum 1. Februar sein Bundestagsmandat nieder.
Der Saarländer kennt sich damit aus – es ist bereits der dritte Verzicht auf die Abgeordnetenwürde in seiner politischen Karriere. Dem Linken-Chef ist neuerdings wieder eine besondere Neigung zur „Flucht aus der Verantwortung“ nachgesagt worden, der Vergleich seines angekündigten Rückzugs mit dem Rücktritt von 1999 weist freilich [...]
- Zu viel der Ehre
Oskar Lafontaine hat sich erstmal seit seinem Rückzug zu Wort
gemeldet, und zwar „exklusiv“ im Stern. Wer den „Machtkampf“ in der Linken verfolgt und gelesen hat, wo die vermeintlichen Gegner des Noch-Vorsitzenden am heftigsten ihr Fett wegbekamen, wird sich darüber nicht wundern. Lafontaine redet mit dem Magazin über sehr persönliche Dinge, seine Krankheit, auch den Tod. [...]
- Rrrrrrrreaktionen
Demosthenes war ein bedeutender griechischer Redner – wenn nun
nach dem angekündigten Rückzug Oskar Lafontaines zwischen beide Vergleiche angestellt werden, ist das sicher nicht ehrenrührig. Wie die Zeitungen ihre ersten Reaktionen sonst noch betiteln: siehe oben. Sozialdemokraten und Grüne haben die Ankündigung des Saarländers, sich aus gesundheitlichen Gründen auf die Landtagsarbeit in Saarbrücken zu konzentrieren, zum [...]
- Lafontaines Entscheidung
Am schnellsten war Bild: 11.03 Uhr meldete das Springerblatt, dass
Oskar Lafontaine nicht nur wie erwartet sein Bundestagsmandat abgibt, sondern auch im Mai beim Parteitag in Rostock nicht erneut für den Linken-Vorsitz kandidieren wird. Die Information kam direkt aus der Runde der Vorstandsmitglieder, die im Karl-Liebknecht-Haus tagen. Etwas langsamer beim Formulieren einer Nachricht war die Deutsche [...]
- Mehrdeutige Botschaften
Nach dem Auftritt von Oskar Lafontaine in Saarbrücken am Montag
wird umso eifriger über die politische Zukunft des Linken-Chefs spekuliert. Lafontaine selbst hat sich offenbar entschieden, lässt die Partei aber noch warten. Und so werden die Signale ganz unterschiedlich interpretiert: Im Neuen Deutschland kommt ein optimistischer Linker zu Wort: „Er hat es doch durchsickern lassen, diplomatischer [...]
- Nächste Schläge
Oskar Lafontaine hat sich mit einer Rede zurückgemeldet und die „Personalquerelen“ als überflüssig bezeichnet. Der Streit geht derweil weiter und er behält von interessierter Seite jenen Ton, der Lothar Bisky zu dieser Äußerung veranlasst haben mag: „Wir haben uns große Mühe gegeben, den Stalinismus zu überwinden. Aber doch nicht, um ihn wieder durch die Hintertür [...]
- Lafontaine meldet sich
Oskar Lafontaine hat beim Neujahrsempfang in Saarbrücken sein
langes Schweigen beendet. Was der Linken-Chef da vor rund 500 Gästen gesagt hat, verdient mehr Beachtung als von jener Art, die sich auf die Frage nach seiner Rückkehr beschränkt. Die ließ er ohnehin offen. „Niemand ist unersetzlich“, so der Saarländer, „unersetzlich sind nur eine Politik und eine Strategie [...]
- Wer kandidiert wofür?
Auf der Rangliste von Terminen mit hohem Erwartungspotential steht
der Neujahrsempfang der saarländischen Linkspartei ziemlich weit oben. Oskar Lafontaine will dort am Dienstagabend eine Rede halten, hieß es. Der Schwerpunkt sei landespolitisch gewählt. Zu seiner persönlichen Zukunft, wird ein Parteisprecher zitiert, werde er sich aber wohl noch nicht äußern. Das haben dafür andere Männer aus der [...]
- Haltung und Loyalität
Die Linke hat ein neues Thema: Loyalität. Bisher spielte der Begriff
in der Partei keine besondere Rolle und ich kann nicht behaupten, dass mir deshalb etwas fehlte. Seit aber gegen Dietmar Bartsch der Vorwurf der mangelnden Loyalität bzw. der Illoyalität erhoben wurde, hat jeder etwas dazu zu sagen. Bernd Riexinger hat seine Forderung nach Absetzung von [...]
- Warten auf Oskar
Am Silvesterabend meldete eine Nachrichtenagentur, „die Anzeichen
für eine baldige Rückkehr von Oskar Lafontaine in die aktive Politik“ würden sich mehren. Das kam deshalb überraschend, weil gerade erst der gegenteilige Eindruck entstanden war. Dieser allerdings hatte auch wieder nur eine frühere Interpretation abgelöst. Aus „Lafontaine plant Rückkehr in die Politik“ wurde „Lafontaine manövriert die Genossen aus“ [...]

