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- Ansonsten alles offen
Die designierte Doppelspitze der Linkspartei und die Frage, ob eine
satzungsändernde Mehrheit auf dem Parteitag in Rostock erreicht werden kann, sind natürlich Angelegenheiten, über die Zeitungen berichten müssen. Aber kennt sich da wirklich noch jemand aus? Die Tageszeitung hat am Montag indirekt Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch mit den Worten zitiert, eine Mitgliederbefragung, in der die Parteibasis über [...]
- Bartschs Reaktion
Diese Reaktion kam nicht überraschend: Dietmar Bartsch hat die
Vorwürfe zurückgewiesen, die Oskar Lafontaine in einem Interview mit dem Neuen Deutschland gebündelt, zugespitzt und erstmals selbst in dieser Deutlichkeit öffentlich erhoben hat. „Ich verbitte mir das“, sagte der Noch-Bundesgeschäftsführer, die Anschuldigungen träfen „so nicht zu“. Alles Weitere wolle er in den zuständigen Gremien besprechen und sich [...]
- Wasser und Salz
Oskar Lafontaine hat dem Neuen Deutschland ein langes Interview gegeben. Es geht um Schwarz-Gelb, die Koalitionsfrage, Kursfestlegungen und rote Linien, die SPD-Regierungszeit des scheidenden Linken-Chefs im Saarland und was sich seither in dessen Politikverständnis verändert, besser: radikalisiert hat. Davon erfährt nichts, wer nur die Nachrichten über das Interview liest. In denen geht es fast ausnahmslos [...]
- Die schwierigsten Zeiten
Es war im Frühjahr 2006, ein kleines Besprechungszimmer im Karl-Liebknecht-Haus, drei Journalisten und zwei Männer: Ulrich Maurer, damals Parlamentarischer Geschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag, und Dietmar Bartsch, Bundesgeschäftsführer der Linkspartei. Die war im Herbst zuvor zwar schon gemeinsam mit der Wahlalternative ins Parlament eingezogen, die Fusion zur neuen Linken lag aber noch einiger Querelen und [...]
- Nummer sieben
Offenbar wird Dietmar Bartsch bereits am Donnerstagabend zum stellvertretenden Fraktionschef im Bundestag gewählt. Dies berichten Stern.de und Nachrichtenagenturen. EIn Sprecher bestätigte, dass bei einer außerordentlich angesetzten Fraktionssitzung ein Vize gewählt werde – tritt niemand aus dem amtierenden Fraktionsvorstand zurück, wäre das bereits der siebte Stellvertreter Gregor Gysis. Der hatte Bartsch den Posten angetragen, nachdem dieser [...]
- Lafontaine meldet sich
Oskar Lafontaine hat beim Neujahrsempfang in Saarbrücken sein
langes Schweigen beendet. Was der Linken-Chef da vor rund 500 Gästen gesagt hat, verdient mehr Beachtung als von jener Art, die sich auf die Frage nach seiner Rückkehr beschränkt. Die ließ er ohnehin offen. „Niemand ist unersetzlich“, so der Saarländer, „unersetzlich sind nur eine Politik und eine Strategie [...]
- Wer kandidiert wofür?
Auf der Rangliste von Terminen mit hohem Erwartungspotential steht
der Neujahrsempfang der saarländischen Linkspartei ziemlich weit oben. Oskar Lafontaine will dort am Dienstagabend eine Rede halten, hieß es. Der Schwerpunkt sei landespolitisch gewählt. Zu seiner persönlichen Zukunft, wird ein Parteisprecher zitiert, werde er sich aber wohl noch nicht äußern. Das haben dafür andere Männer aus der [...]
- Rhetorikkurs, Teil 2
Als Gregor Gysi letzten Montag im Berliner Congress Centrum ans Rednerpult trat, begann er seinen Vortrag mit einem Scherz. Als letzter zu sprechen habe einen Nach- und einen Vorteil: Der Nachteil sei, dass schon alles gesagt wurde; der Vorteil, dass ihm niemand mehr widersprechen könne. Der Saal lachte und klatschte. Ja, der Gregor. Aber dann [...]
- Kabale und Hiebe
Wer spät erscheint, muss immer noch eins draufsetzen: Kein Chefredakteur möchte im eigenen Blatt noch einmal sehen, was man schon drei Tage vorher woanders nachlesen konnte. Montag war die Fraktionsklausur mit Gregor Gysis Rede, Freitag kündigte Dietmar Bartsch an, nicht mehr als Bundesgeschäftsführer zu kandidieren. Was schreibt man da noch, wenn alle Geschichten von Ost [...]
- Kein Kommentar
Über Bettina Röhl, die sich eine Journalistin nennt, obwohl sie nicht
nur mit der Linken, sondern auch mit der Sprache auf Kriegsfuß steht, könnte man eigentlich schweigen: Ihre größte Leistung ist es, Tochter von Ulrike Meinhof zu sein. Ihre zweitgrößte besteht darin, einen von „Renegaten“ ausgeborgten Sündenstolz spazieren zu fahren. Gern auch auf Welt.de, wo Röhl [...]
- Reaktionen
Die Erklärung von Dietmar Bartsch hat viele Reaktionen ausgelöst – bei jenen, die dem 51-Jährigen zuletzt den Rücken gestärkt hatten, aber auch von seinen Kritikern. Aus den Landesverbänden, die sich aktiv um eine Ablösung des Bundesgeschäftsführers bemüht hatten, war bis zur Tagesschau allerdings wenig zu hören. Eine kleine Sammlung, unsortiert und keiner “politischen Auswahl” folgend:
Gregor [...]
- Bartschs Erklärung
Man kann seinen Schlagzeilen ebenso schwer entkommen wie unfreundlichen Umarmungen seitens der SPD: „Lafontaine-Gegner
Dietmar Bartsch gibt auf“, schreibt die Welt. „Bartsch zieht sich zurück“, liest man bei der Frankfurter Allgemeinen. Wer die Erklärung des Bundesgeschäftsführers gelesen hat, sollte eigentlich zu anderen Interpretationen fähig sein: Der 51-Jährige hat zwar angekündigt, im Mai nicht mehr für sein [...]
- Zirkel und Kreise
Der Streit um den Bundesgeschäftsführer hat in der Linkspartei ein
paar mehr oder weniger zentrale Fragen aufgeworfen, die mit den Vorwürfen gegen Dietmar Bartsch nur bedingt etwas zu tun haben. Zum Beispiel, wie sich Strömungsdebatten in einer Öffentlichkeit führen lassen, deren Interesse nicht an politischen Kursbestimmungen sondern an Schlagzeilen ausgerichtet ist. Oder was Loyalität in einer [...]
- „Nicht tragfähig“
Halina Wawzyniak, stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei, hat Dietmar Bartsch aufgefordert, beim Rostocker Parteitag im Mai erneut als Bundesgeschäftsführer zu kandidieren. Dies wäre, sagte sie dem Tagesspiegel, ein gutes Signal für den Zusammenhalt in der Linken. Der von Gregor Gysi am Montag gegen Bartsch öffentlich erhobene Vorwurf der Illoyalität gegenüber Oskar Lafontaine habe sich „als nicht [...]
- Das Schlimmste
Dietmar Bartsch steht im Zentrum des so genannten Machtkampfes bei der Linkspartei. Der 51-Jährige hat seit 1991 erst der PDS und dann der fusionierten Partei als Manager gedient – sich dabei Verdienste erworben, Fehler gemacht und immer wieder polarisiert. Nun wirft ihm sogar Gregor Gysi Illoyalität vor. Ein Porträt aus dem Freitag

