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	<title>Lafontaines Linke</title>
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		<title>Nicht beabsichtigt</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 07:07:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit war hier im Blog anlässlich einer Kleinen Anfrage der Linksfraktion im Bundestag von europäischen Bemühungen die Rede, die Erfassung von Daten über „Radikale“ voranzutreiben. Damit sind nach einer Schlussfolgerung des Europäischen Rates nicht zuletzt „Extreme Linke“ und „Globalisierungskritiker“ gemeint. Die Bundesregierung hat inzwischen geantwortet: Sie beabsichtige nicht, das „Instrument zur Erfassung von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit war <a href="http://lafontaines-linke.de/2010/08/europaeische-superkartei-ueber-radikale-linksfraktion-anfrage-bundestag/" target="_blank">hier im Blog</a> anlässlich einer Kleinen Anfrage der Linksfraktion im Bundestag von europäischen Bemühungen die Rede, die Erfassung von Daten über „Radikale“ voranzutreiben. Damit sind nach einer Schlussfolgerung des Europäischen Rates nicht zuletzt „Extreme Linke“ und „Globalisierungskritiker“ gemeint. Die Bundesregierung hat inzwischen <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/027/1702788.pdf" target="_blank">geantwortet</a>: Sie beabsichtige nicht, das „Instrument zur Erfassung von Daten und Informationen über die Radikalisierungsprozesse in der EU“ in Deutschland einzusetzen. Es bestehe „Einvernehmen“ in der Koalition, dass für einen Einsatz „keine Notwendigkeit“ bestehe. (tos)</p>
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		<title>Streit über Campus-Maut</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 06:40:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Studiengebühren]]></category>

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Die Abschaffung von Studiengebühren zum Auftakt rot-rot-grüner Kooperationen auf Landesebene ist fast schon eine kleine Tradition. In Hessen kippten SPD, Grüne und Linke die Campus-Maut im Sommer 2008 gegen den damaligen Minderheits-Ministerpräsidenten Roland Koch. Nun hat die rot-grüne Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen einen Antrag auf Abschaffung der Gebühren vorgelegt &#8211; und auch sie rechnet mit Unterstützung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://lafontaines-linke.de/wp-content/uploads/2010/09/Bild-1.png"><img class="alignleft size-full wp-image-13474" style="margin-bottom: 7px; margin-right: 100px;" title="Bild 1" src="http://lafontaines-linke.de/wp-content/uploads/2010/09/Bild-1.png" alt="Bild 1" width="364" height="121" /></a></p>
<p>Die Abschaffung von Studiengebühren zum Auftakt rot-rot-grüner Kooperationen auf Landesebene ist fast schon eine kleine Tradition. In Hessen <a href="http://www.fr-online.de/rhein-main/studiengebuehren-sind-abgeschafft/-/1472796/3160866/-/index.html" target="_blank">kippten</a> SPD, Grüne und Linke die Campus-Maut im Sommer 2008 gegen den damaligen Minderheits-Ministerpräsidenten Roland Koch. Nun hat die rot-grüne Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen einen <a href="http://www.innovation.nrw.de/objekt-pool/download_dateien/presse/PK_Studiengebuehren/2010-08-30-GesetzE.pdf" target="_blank">Antrag</a> auf Abschaffung der Gebühren vorgelegt &#8211; und auch sie rechnet mit Unterstützung der Linken. Der allerdings geht die Koalitionsinitiative nicht weit, besser gesagt: nicht schnell genug.<span id="more-13455"></span></p>
<p>Das NRW-Kabinett hatte beschlossen, die Studiengebühren zum Wintersemester 2011/2012 abzuschaffen. Im Wahlkampf stand diese Forderung weit oben auf den rot-grünen Plakaten. Im Gesetzentwurf heißt es nun, die seit Sommersemester 2007 von den meisten Hochschulen an Rhein und Ruhr erhobene Gebühr von 500 Euro pro Semester habe „keinen Rückhalt in der Bevölkerung“, widerspreche einem „zukunftsorientierten Bildungsbegriff“ und wirke „sozial abschreckend“, mit anderen Worten, sie verhindere „eine höhere Bildungsbeteiligung der Studierenden aus einkommensschwachen Herkunftsfamilien“. Wissenschaftsministerin Svenja Schulze <a href="http://www.fr-online.de/wissenschaft/-ich-will-die-gebuehren-endlich-abschaffen-/-/1472788/4612624/-/index.html" target="_blank">nannte</a> die geplante Abschaffung der Uni-Maut in der <em>Frankfurter Rundschau</em> gar „ein persönliches Anliegen“ &#8211; die einstige Landesschülersprecherin und Bochumer AStA-Vorsitzende habe in ihrem Heimatort Münster „erlebt, wie Studierende unter dieser enormen finanziellen Belastung gelitten habe, die saßen weinend bei mir im Büro. Auch ich selbst hätte mit diesen Gebühren von bis zu 1.000 Euro im Jahr nicht studieren können“.</p>
<p>Die NRW-Linke hält dagegen an ihrer Forderung nach früherer Abschaffung der Studiengebühren fest. Man wolle weiter Druck dafür machen, <a href="http://nachrichten.rp-online.de/politik/linke-fordern-frueheres-aus-fuer-studiengebuehren-1.98851" target="_blank">erklärte</a> Fraktionsvize Rüdiger Sagel. Das Argument der Linkspartei: Eine umgehende Abschaffung der Studiengebühren sei möglich, spätestens aber zum Sommersemester 2011 möglich. Rot-Grün solle sich nicht auf „vorgeschobene Verwaltungsverfahren und Haushaltszwänge“ berufen, ob die Gebühren durch zusätzliche Landeszahlungen an die Hochschulen (rund 249 Millionen Euro im Jahr) früher oder später kompensiert würden, spiele „strukturell keine Rolle“. Das sehen auch die Vertreter der Studierenden so. Beim Aktionsbündnis ABS <a href="http://www.abs-bund.de/pm/show?stripped_title=nrw-studiengeb-hrenabschaffung-beschleunigen" target="_blank">heißt es</a>, nach „Informationen aus den Umfeld“ von SPD, Grünen und Linkspartei, sei es bereits mit einem Nachtragsetat 2010 möglich, „die haushaltstechnischen Voraussetzungen zu schaffen“. Die Sozialdemokraten sehen das anders. Das als erstes wieder gebührenfreies angepeilte Wintersemester 2011/2012 sei „der frühest mögliche Zeitpunkt“, so Ministerin Schulze. „Wir müssen das Gesetz zunächst im Landtag beraten und dann in den Haushalt einstellen, das braucht seine Zeit. Wir verschieben das ja nicht aus Boshaftigkeit auf das Wintersemester – früher ist die Abschaffung nicht möglich.“</p>
<p>Die Linke im Landtag will nun erst einmal mit den Studierenden beraten. Fraktionschef Wolfgang Zimmermann ließ zunächst offen, wie man im Landtag stimmen werde, falls Rot-Grün an ihrem Gesetzentwurf festhalte. In den Medien wird es bereits als „unwahrscheinlich“ <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/510413" target="_blank">bezeichnet</a>, „dass sich die Linke-Fraktion im Landtag der späteren Abschaffung verweigert &#8211; die Partei würde damit ein Kernanliegen aus taktischen Gründen fallenlassen“. In der Tat steckt die Linke in einer Zwickmühle. Stimmt sie mit CDU und FDP gegen das Gesetz, müsste sie dafür gute Gründe haben, andernfalls wird daraus zweifellos ein politischer Bumerang in der Öffentlichkeit. Stimmt sie für das Gesetz, werden zumindest innerparteilich die Debatten über ein womöglich zu unkritisches Verhältnis zur rot-grünen Regierung wieder lauter.</p>
<p>Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Gunhild Böth, hat bereits <a href="http://www.dielinke-nrw.de/3463.html?&amp;tx_ttnews[tt_news]=14696&amp;tx_ttnews[backPid]=3456&amp;cHash=2b8483bf3c" target="_blank">angekündigt</a>, „gegen die Nichteinhaltung von Wahlversprechen von SPD und Grünen protestieren“ zu wollen. Das würde keinen rot-grünen Jubel auslösen, könnte aber SPD-Ministerin Schulze eine Sorge nehmen. Die hatte erklärt, sie könne es sich &#8220;beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Linke das Risiko eingeht, dafür verantwortlich zu sein, dass die Studiengebühren nicht abgeschafft werden&#8221; &#8211; und gleich den Lösungsvorschlag mitgeliefert: &#8220;Eine Enthaltung der Linken würde übrigens schon zur Verabschiedung des Gesetzes ausreichen.&#8221; (tos, Foto: SFG/Flickr)</p>
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		<title>Nach der Sommerpause</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 07:36:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gehaltsdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Ernst]]></category>
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		<description><![CDATA[Die politische Ferienzeit geht ihrem Ende entgegen &#8211; auch für die Linkspartei. In der Tageszeitung wird heute über ein Papier von vier als „Pragmatikern“ bezeichneten Linkspolitikern berichtet, mit der die Debatte über den Entwurf für ein neues Parteiprogramm wieder aufgenommen werden solle. Und die Süddeutsche blickt voraus auf ein Treffen von Linkenspitze und Landesvorsitzenden am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die politische Ferienzeit geht ihrem Ende entgegen &#8211; auch für die Linkspartei. In der <em>Tageszeitung</em> wird heute über ein Papier von vier als „Pragmatikern“ bezeichneten Linkspolitikern <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=in&amp;dig=2010%2F09%2F02%2Fa0085&amp;cHash=448ff88a9c" target="_blank">berichtet</a>, mit der die Debatte über den Entwurf für ein neues Parteiprogramm wieder aufgenommen werden solle. Und die <em>Süddeutsche</em> blickt voraus auf ein Treffen von Linkenspitze und Landesvorsitzenden am kommenden Montag, bei dem es um politische Konzepte gehen soll &#8211; mehrere Landesvorsitzende, heißt es, würden allerdings auch eine nochmalige Debatte über die Bezüge von Klaus Ernst verlangen. <span id="more-13449"></span></p>
<p>„Das Thema wird am Montag eine Rolle spielen“, zitiert das Blatt den sächsischen Landesvorsitzenden Rico Gebhardt. Die Forderung, nach der Mandatsträger kein zusätzliches Parteigehalt beziehen sollten, wird dabei nicht nur in der Ost-Linken erhoben. Möglicherweise wird zunächst eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich aus Mitgliedern der geschäftsführenden Bundesspitze und von Landesvorständen rekrutiert, und eine allseits akzeptierte Lösung vorschlagen soll. Die Debatte ist also noch nicht viel weiter als zu den Hochzeiten der medialen Klaus-Ernst-Festspiele. Vielleicht sollte man sich von diesem Thema auch nicht allzu viel erwarten. Sicher bewegt das nicht nur Redaktionen, die auf der Suche nach einer Geschichte sind, sondern berührt auch Fragen des Selbstverständnisses einer linken Partei. Aber das politische Sendungspotenzial ist nicht allzu groß &#8211; Berlins Landeschef Klaus Lederer spricht gegenüber der Süddeutschen ganz zu Recht von einer „Sommerloch-Debatte“ und drängt auf eine Verständigung darüber, „wie wir politisch in die Offensive kommen“. Der neue Linkenvorstand, so auch Gebhardt, sei „noch nicht richtig in Tritt gekommen und muss jetzt endlich einen Aufschlag machen“.</p>
<p>Worin der bestehen könnte, verrät Gebhardt allerdings nicht &#8211; oder er hat dies getan, doch die  Süddeutsche hatte keinen Platz mehr dafür übrig. Jedenfalls liegen die Themen durchaus nahe, für den Herbst werden soziale Konflikte um die schwarz-gelbe Sparpolitik und die Frage der Atomenergie erwartet; die Sozialdemokratie markiert Ende September ihren politischen Standort &#8211; was dazu einlädt, eigene Schwerpunkte zu setzen. Die Programmdebatte könnte dabei helfen, sie könnte sich aber auch als Bumerang erweisen. Es hängt &#8211; wie auch bei der Gehälterdebatte &#8211; ein bisschen davon ab, wie die Auseinandersetzung um politische Konzepte und gesellschaftliche Zielvorstellungen geführt wird. Und welche mediale Begleitung sie erfährt.</p>
<p>Zum Beispiel das oben genannte Papier von Parteivize Halina Wawzyniak, den Bundestagsabgeordneten Jan Korte und Stefan Liebich sowie Bundesschatzmeister Raju Sharma. Der kurze Bericht in der <em>Taz</em> liest sich als Fortsetzung einer Realo-Fundi-Geschichte. Die einen kritisieren den Programmentwurf als „rückwärtsgewandt“, die anderen verteidigen ihn als „scharfe Kapitalismuskritik“. Man wird es der <em>Taz</em> nicht vorwerfen, aber über den Inhalt des Debattenpapiers von Wawzyniak und Co. liest man nicht besonders viel, wenige Punkte werden kurz angerissen: die Kritik an der ökonomistischen Verengung, die Blindheit gegenüber der digitalen Welt und das Verständnis von der Arbeitswelt. Die alternativen Vorschläge werden nicht kolportiert &#8211; aber wer liest schon das ganze Papier? Oskar Lafontaine wird dann wieder, um es <a href="http://lafontaines-linke.de/2010/09/lafontaines-reformer/" target="_blank">polemisch</a> zu formulieren, sagen können, Reformvorschläge seien ihm von den „Reformern“ gar nicht bekannt.</p>
<p>Dabei wird einiges in dem Papier angerissen. „Neue Chancen“ sehen Wawzyniak, Korte, Liebich und Sharma etwa in der digitalen Welt, die auch alternative Möglichkeiten der Partizipation und der politischen Bewegung eröffne &#8211; angesprochen werden etwa kollaboratives Arbeiten und Open Data. „ Auch wäre es zum Beispiel denkbar, Gesetzgebungsentwürfe nur dann zur abschließenden Behandlung im Parlament zuzulassen, wenn den Bürgerinnen und Bürgern zuvor Gelegenheit gegeben wurde, Vorschläge zur Veränderung oder Verbesserung zu unterbreiten.“ Oder das Thema Arbeitsmarktpolitik. Hier sehen die Autoren des Papiers die Gefahr, dass der Programmentwurf „den missverständlichen Eindruck, wir würden die derzeit von den rot-roten Landesregierungen in Berlin und Brandenburg praktizierten Modelle für einen öffentlichen Beschäftigungssektor ausweiten wollen“. Dabei, und das sagen „Pragmatiker“ und „Regierungslinke“, seien diese Modelle „lediglich Kompromisse, die den gegenwärtigen Rahmenbedingungen aufgrund bundesgesetzlicher Vorgaben geschuldet sind“. Ein Programm müsse weiter ausgreifen und „unser eigentliches Konzept für einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor“ umreißen: „Danach sollte Arbeit, die zwar gesellschaftlich notwendig ist, aber nicht notwendigerweise in öffentlicher Trägerschaft angeboten werden muss, gesellschaftlich finanziert und kontrolliert werden.“ Ein drittes Beispiel bezieht sich auf globale Probleme: So wird vorgeschlagen, das Angebot Ecuadors zu einem Verzicht auf Ölförderung in einem Nationalpark gegen internationale Ausgleichzahlungen als mögliches Modell „einer internationalen Zusammenarbeit im Interesse einer fairen Nutzung bzw. Nicht-Nutzung natürlicher Ressourcen weiterzuentwickeln“.</p>
<p>Zugegeben, ausformulierte Vorschläge sind das keineswegs. Aber das verschweigen die Autoren des Papiers auch gar nicht: „Wir erheben weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch haben wir auf alle offenen Fragen schon ausgereifte Antworten. Wir sind aber der Meinung, dass es notwendig und sinnvoll ist, wenn sich möglichst viele Mitglieder aktiv in die Debatte über die Grundanlage des Parteiprogramms und dabei vorhandene Differenzen und Gemeinsamkeiten einbringen, bevor die redaktionelle Arbeit an einzelnen Formulierungen beginnt.“ Genau so ist es im Übrigen auch <a href="http://www.die-linke.de/index.php?id=6802" target="_blank">geplant</a>: Am 18. September finden die ersten beiden Regionalkonferenzen in Erlangen und Rostock statt, weitere folgen im Oktober und Anfang November schließlich der Programmkonvent. Die Redaktionsgruppe &#8211; Katja Kipping, Sahra Wagenknecht, RaIf Krämer und Matthias Höhn &#8211; soll die „Beiträge zur Programmdebatte aus der Partei, auf Konferenzen, von befreundeten Organisationen und Verbänden und anderen uns nahe stehenden Interessengruppen und Einzelpersonen“ dann sammeln und unter anderem in einer „synoptischen Entscheidungsgrundlage für den Leitantrag des Parteivorstandes“ aufbereiten. (tos)</p>
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		<title>Bahn-Wahl im Südwesten</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 06:36:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im kommenden Frühjahr
wird kein Urnengang sein wie jeder andere. Absehbar ist, dass der Wahlkampf stark von den Auseinandersetzungen um das Milliardenprojekt Stuttgart 21 überlagert wird. Die Proteste in Stuttgart scheinen mehr als ein spätsommerliches Strohfeuer zu sein. Was politisch daraus folgen könnte, darauf gibt eine Forsa-Umfrage einen Vorgeschmack: Wie der Stern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im kommenden Frühjahr<br />
wird kein Urnengang sein wie jeder andere. Absehbar ist, dass der Wahlkampf stark von den Auseinandersetzungen um das Milliardenprojekt Stuttgart 21 überlagert wird. Die Proteste in Stuttgart scheinen mehr als ein spätsommerliches Strohfeuer zu sein. Was politisch daraus folgen könnte, darauf gibt eine <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/stern-umfrage-baden-wuerttemberger-sind-gegen-stuttgart-21-1598988.html" target="_blank">Forsa-Umfrage</a> einen Vorgeschmack: <span id="more-13442"></span>Wie der <em>Stern</em> ermittelte, beeinflusst der Bahnhofstreit für ein Drittel der Wähler die Wahlentscheidung. Das eigentlich Aufsehenerregende an der Wahlumfrage ist, dass die CDU Gefahr läuft, aus der Regierung gejagt zu werden, wo sie es sich seit 1953 gemütlich gemacht hat. Wenn jetzt Landtagswahlen wären, erhielte die CDU nur noch 37 Prozent (7 weniger als bei der Wahl 2006). Die SPD würde zwar gegenüber den schon schwachen 25 Prozent aus dem Jahre 2006 weiter auf 24 abrutschen. Da aber die Grünen &#8211; ganz offenbar mit Stuttgarter Protest-Rückenwind und begünstigt durch den Bundestrend &#8211; auch auf 24 Prozent kämen, läge Rot-Grün bzw. Grün-Rot klar vorn. Die FDP würde auf 6 Prozent schrumpfen (- 5), die Linke wäre mit 4 Prozent draußen. Wäre &#8211; denn gewählt wird erst im März 2011.</p>
<p>Dennoch lassen sich zwei Dinge ablesen. Die Linke konnte offenbar von der Proteststimmung bislang nicht profitieren, obwohl sie vor Ort aktiv ist &#8211; so aktiv, dass der Verfassungsschutz mit der Befürchtung hausieren geht, &#8220;Extremisten&#8221; von Linkspartei, DKP und MLPD könnten den Protest unterwandern. Vier Prozent sind aber kaum mehr als die 3,1 Prozent der WASG vor vier Jahren und sogar etwas weniger als bei früheren Umfragen in diesem Jahr, die fünf Prozent ergeben hatten. Da spielt mit Sicherheit auch der Bundestrend der Partei eine Rolle, der von den massiven medialen Vorwürfen gegen Parteichef Klaus Ernst und von heftigen Auseinandersetzungen vor allem in den Landesverbänden Bayern und Rheinland-Pfalz geprägt wird. Ähnliches könnte auch die Linke in Schleswig-Holstein zu spüren bekommen, die sich nach dem jüngsten Verfassungsgerichtsurteil zum Wahlrecht im Nordwesten auf einen vorgezogenen Wahlkampf einstellen muss. Eine <a href="http://nachrichten.t-online.de/umfrage-schwarz-gelb-ohne-mehrheit-in-schleswig-holstein/id_42720964/index" target="_blank">Blitzumfrage</a> ergab auch hier für die Linke nur vier Prozent &#8211; allerdings ist da wohl noch zwei Jahre Zeit bis zur nächsten Wahl.</p>
<p>Die Grünen dagegen befinden sich in einem nie dagewesenen Höhenflug. Der profitiert von der nach wie vor um Form ringenden SPD und vom totalen Einbruch der FDP. 27 Prozent in Berlin (vor der SPD), deutlich über 15 Prozent im Bund, jetzt 19 Prozent in Schleswig-Holstein und eben 24 Prozent in Baden-Württemberg &#8211; das wäre nicht nur die Gewähr für eine konservative Opposition, sondern es ist auch eine Kampfansage an den Führungsanspruch der SPD. Nicht zufällig <a href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gPmKczinwGs735zy2aJdA8Zo5Vhg" target="_blank">mokiert</a> sich Grünen-Chefin Claudia Roth neuerdings über einen gewissen Populismus bei SPD-Chef Sigmar Gabriel. Und es ist eine Herausforderung für die Linke, die im Westen zusehen muss, nicht unter die rot-grünen Räder zu geraten. Ob allerdings der grüne Höhenflug mehr ist als eine demoskopische Momentaufnahme, das müssen die nächsten Monate zeigen. (wh)</p>
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		<title>Lafontaines &#8220;Reformer&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 21:59:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Oskar Lafontaine]]></category>
		<category><![CDATA[Programmdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Strömungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Der frühere Vorsitzende der Linkspartei hat dem Tagesspiegel ein Interview gegeben. Oskar Lafontaine lobt darin die neue Doppelspitze, kritisiert die einseitige Berichterstattung und mancherlei Kampagne in den Medien und mahnt seine Genossen: „Wir machen aber auch Fehler. Wir sollten uns nicht überflüssige interne Debatten liefern, sondern die politische Auseinandersetzung mit den anderen Parteien suchen.“ Dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der frühere Vorsitzende der Linkspartei hat dem <em>Tagesspiegel</em> ein <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/logisch-dass-die-spd-fehler-korrigiert/1912976.html" target="_blank">Interview</a> gegeben. Oskar Lafontaine lobt darin die neue Doppelspitze, kritisiert die einseitige Berichterstattung und mancherlei Kampagne in den Medien und mahnt seine Genossen: „Wir machen aber auch Fehler. Wir sollten uns nicht überflüssige interne Debatten liefern, sondern die politische Auseinandersetzung mit den anderen Parteien suchen.“ Dass die Linke zurzeit nicht recht vorankomme (bei Forsa erstmals seit einem Jahr wieder einstellig, insgesamt leicht zurückgehende <a href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm" target="_blank">Umfragetendenz</a>), führt der Saarländer dabei unter anderem darauf zurück, „dass einige wenige unserer Mitglieder die Partei oder unsere führenden Politiker regelmäßig öffentlich kritisieren, statt mit inhaltlichen Vorschlägen zu glänzen, die unsere Wähler überzeugen würden“. Einige Mitglieder? <span id="more-13411"></span></p>
<p>Lafontaine meint nicht etwa jene, welche die parteiinternen Zwistigkeiten in Bayern, Rheinland-Pfalz und anderswo am köcheln halten. Sondern „die Reformer“. Der Ex-Vorsitzende im <em>Tagesspiegel</em>: „In den Medien werden diese Mitglieder Reformer genannt. Das ist erstaunlich, da mir kein einziger Reformvorschlag dieser Personengruppe bekannt wurde.“ Man kann das für eine Retourkutsche wegen der öffentlichen Kritik an Klaus Ernst halten. Eher ist es eine mehr oder weniger listige Unterstützung jener in der Linkspartei, die sich nicht dem „Reformerlager“ zurechnen. Lafontaine hat ein Argument in die Welt gebracht, dessen vielfache Benutzung in Programm- und Parteidebatte vorhersehbar ist: Die „Reformer“, womit ja niemand anderes als das Forum Demokratischer Sozialismus gemeint ist, hätten keine eigenen Ideen und Vorschläge, würden immer nur kritisieren: „Das sagt der Oskar auch.“ Nur: Wenn Lafontaine „kein einziger Reformvorschlag dieser Personengruppe bekannt“ ist, heißt das ja nicht, dass es keinen gibt. Vielleicht hat der Saarländer ja auch etwas übersehen &#8211; oder er erklärt, indem er „nichts“ sieht, das, was vorhanden ist, für untauglich als Reformvorschlag. Wie dem auch sei: Man muss die politischen Vorstellungen des Forums nicht teilen, aber es gibt sie &#8211; nachzulesen zum Beispiel auf der <a href="http://www.forum-ds.de/" target="_blank">Homepage</a> des fds.</p>
<p>Inzwischen hat das Forum &#8211; wenn auch als letzte unter den maßgeblichen Strömungen der Linken &#8211; eine ausführliche Wortmeldung zum Programmentwurf angekündigt. Am vergangenen Wochenende hat sich der fds-Bundesvorstand auf 13 Thesen verständigt, die als „Angebot an die programmatische Debatte“ in den kommenden Tagen veröffentlicht werden. (vk)</p>
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		<title>Ostermanns Akten</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 17:45:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Saarland]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Saarland hätte letztes Jahr Politgeschichte schreiben können:
wenn sich nach der Landtagswahl vor ziemlich genau einem Jahr SPD, Linke und Grüne zu einer Koalition durchgerungen, damit ein neues Regierungsmodell kreiert hätten und die Linke erstmals in einem westlichen Bundesland in Regierungsverantwortung gekommen wäre.  Hätte, wäre, könnte &#8211; es kam anders. Ebenfalls erstmalig einigten sich CDU, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Saarland hätte letztes Jahr Politgeschichte schreiben können:<br />
wenn sich nach der Landtagswahl vor ziemlich genau einem Jahr SPD, Linke und Grüne zu einer Koalition durchgerungen, damit ein neues Regierungsmodell kreiert hätten und die Linke erstmals in einem westlichen Bundesland in Regierungsverantwortung gekommen wäre.  Hätte, wäre, könnte &#8211; es kam anders. Ebenfalls erstmalig <a href="http://www.dielinke-saar.de/nc/politik/presse/detail/zurueck/aktuelles/artikel/rolf-linsler-jamaica-hat-geburtstag-kein-grund-zum-feiern-fuer-die-saarlaender-ein-jahr-lang-p/" target="_blank">einigten</a> sich CDU, FDP und Grüne auf eine Jamaika-Koalition. Die Grünen, die in beiden Verhandlungsrunden dabei waren, konnten einen hohen Preis aushandeln und spielten Zünglein an der Waage. Allerdings hat das Ganze ein Nachspiel: Ein Untersuchungsausschuss soll schon seit Monaten eine &#8220;unternehmerische Einflussnahme auf die Regierungsbildung des Saarlandes nach der Landtagswahl 2009&#8243; beleuchten. <span id="more-13431"></span>Vor allem geht es um den Millionär, Unternehmer und FDP-Politiker Hartmut Ostermann, es geht um Parteispenden Ostermanns an die Grünen, die SPD und die CDU, es geht um die Einstellungen mehrerer Ermittlungsverfahren gegen Ostermann in zeitlicher Nähe zur Jamaika-Einigung. Und es geht um die Rolle, die Saarlands auch parteiintern umstrittener Grünen-Chef Hubert Ulrich spielte. Der Grünen-Verhandlungsführer bei den Koalitionsgesprächen profitierte auch ganz persönlich vom Unternehmer Ostermann &#8211; als Angestellter in einer Ostermann-Firma. Mancher spricht von einer Pseudo-Anstellung, viele sprechen von mafiösen Geflechten, und die Saar-SPD bezeichnete die Jamaika-Koalition schon mal als &#8220;Geschäftsmodell, bei dem Ostermann den Takt vorgibt&#8221;. All das soll der Ausschuss untersuchen, konnte es aber bisher nicht so recht, weil Ostermann sich juristisch dagegen wehrte, dass seine Steuerakten als Beweismittel an das Gremium ausgeteilt werden. Nun hat der Saarbrücker Verfassungsgerichtshof einen entsprechenden Antrag Ostermanns <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/178689.ostermann-scheitert-vor-verfassungsgericht.html" target="_blank">zurückgewiesen</a>. Das heißt: Der Ausschuss bekommt die Akten und erhält demnächst vielleicht etwas mehr Einblick in die Verflechtung von Wirtschaft und Politik an der Saar. Man könne jetzt klären, kommentierte der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfrakion im Landtag, Karl-Heinz Bierbaum, den Vorgang, ob politisch motivierte Gefälligkeitsentscheidungen getroffen wurden. (wh)</p>
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		<title>Beim dritten Versuch</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 12:15:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Drei Versuche, zwei Jahre &#8211; für Lucy Redler war es ein weiter Weg in
die Linke. Mehrfach hatten die heute 31-Jährige und ihre Mitstreiter aus der Bundesleitung der Sozialistischen Alternative in der Vergangenheit bereits versucht, in die Partei einzutreten (etwa hier und hier). Doch gewichtige Männer aus alten WASG-Tagen hatten der Berliner Rebellin die Konkurrenzkandidatur von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Drei Versuche, zwei Jahre &#8211; für Lucy Redler war es ein weiter Weg in<br />
die Linke. Mehrfach hatten die heute 31-Jährige und ihre Mitstreiter aus der <a href="http://www.sozialismus.info/index.php?name=News&amp;file=article&amp;sid=1077" target="_blank">Bundesleitung</a> der Sozialistischen Alternative in der Vergangenheit bereits versucht, in die Partei einzutreten (etwa <a href="http://lafontaines-linke.de/2008/09/wieder-da-lucy-redler/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://lafontaines-linke.de/2008/12/redler-linkspartei-schiedskommission/" target="_blank">hier</a>). Doch gewichtige Männer aus alten WASG-Tagen hatten der Berliner Rebellin die Konkurrenzkandidatur von 2006 nicht verziehen. Schiedskommissionen der fusionierten Partei wurden <a href="http://lafontaines-linke.de/2009/04/redler-linkspartei-schiedskommission-2/" target="_blank">bemüht</a>, Linke verschiedener Strömungen und Landesverbände warben für ihre Mitgliedschaft (etwa <a href="http://www.dielinke-bremen.de/nc/politik/aktuell/detail/archiv/2009/april/zurueck/archiv/artikel/auch-wenn-es-schwer-ist-gebt-gedankenfreiheit-christoph-spehr-an-die-bundesschiedskommission/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.scharf-links.de/48.0.html?&amp;tx_ttnews[pointer]=6&amp;tx_ttnews[tt_news]=4874&amp;tx_ttnews[backPid]=56&amp;cHash=c37e7195d6" target="_blank">hier</a>). Und doch wurde die Angelegenheit zur Hängepartie, die erst jetzt ein Ende fand: Redler sowie Sascha Stanicic und Holger Dröge sind in den Bezirksverband Berlin-Neukölln aufgenommen worden. <span id="more-13419"></span></p>
<p>Dort will man sich nun in die laufende Programmdebatte einschalten und „den Flügel in der Partei stärken, der sich gegen Regierungsbeteiligungen mit SPD und Grünen wendet“. Mehr noch: Wer den Programmentwurf ernst nehme, heißt es in einer Presseerklärung der drei, müsse die Koalitionen in Potsdam und Berlin beenden. Eine ausführlichere <a href="http://www.sozialismus.info/?sid=3868" target="_blank">Stellungnahme</a> der Sozialistischen Alternative zur Linken-Mitgliedschaft ihrer Bundesleitung findet sich auf der SAV-Homepage. &#8220;Die        Erfahrungen in den Regierungsbeteiligungen in Berlin und Brandenburg        zeigen&#8221;, heißt es da unter anderem, &#8220;dass dadurch nicht die SPD nach links gerückt ist, sondern die Linke sich dem Sozialabbau der SPD angepasst hat.&#8221; Als Reaktion auf die öffentliche Auseinandersetzung um die Bezüge von Linkenchef Klaus Ernst wird außerdem gefordert, &#8220;die Mandatsbezüge        auf einen Lohn in Höhe eines durchschnittlichen Tariflohns zu begrenzen&#8221;.</p>
<p>Die Berliner Landeslinke hat inzwischen auch reagiert: Da die SAV mittlerweile entschieden habe, nicht mehr bei Wahlen gegen die Linkspartei anzutreten, bestünden auch keine Gründe mehr, die einen Widerspruch gegen eine Aufnahme rechtfertigen. Landessprecher Thomas Barthel wird zudem von der Nachrichtenagentur ddp mit den Worten zitiert, die Partei nehme es „mit Befriedigung“ zur Kenntnis, dass sich Lucy Redler entscheiden habe, nun „mit der Linken zu kämpfen und nicht gegen sie“.</p>
<p>Offen ist, ob Lucy Redler nun ihr Amt als <a href="http://www.b-asg.de/kontakt/" target="_blank">Vorständlerin</a> im Berliner Verein BASG behält, der sich in der Tradition der früheren Wahlalternative gegründet hatte, Bezirksverordnete der WASG unterstützt und laut <a href="http://www.b-asg.de/satzung/" target="_blank">Satzung</a> „in Opposition zu allen im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien“ steht. (tos)</p>
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		<title>Protest extrem</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 17:33:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Neues aus der Extremistenrubrik: Die Proteste gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 drohen von &#8220;Extremisten&#8221; unterwandert zu werden. Behauptet jedenfalls der baden-württembergische Verfassungschutz. Dessen Vizepräsident Frank Dittrich erzählte dem Focus, dass die DKP, die MLPD und die Linke versuchten, die Proteste zu instrumentalisieren, &#8220;die Unzufriedenheit in der Bevölkerung aufzunehmen und mit ihrer Kritik am politischen System  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neues aus der Extremistenrubrik: Die <a href="http://lafontaines-linke.de/2010/07/bei-abriss-aufstand/" target="_blank">Proteste</a> gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 drohen von &#8220;Extremisten&#8221; unterwandert zu werden. Behauptet jedenfalls der baden-württembergische Verfassungschutz. Dessen Vizepräsident Frank Dittrich <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/stuttgart-21-linke-wollen-protest-instrumentalisieren_aid_546277.html" target="_blank">erzählte</a> dem <em>Focus</em>, dass die DKP, die MLPD und die Linke versuchten, die Proteste zu instrumentalisieren, &#8220;die Unzufriedenheit in der Bevölkerung aufzunehmen und mit ihrer Kritik am politischen System  zu verbinden&#8221;. <em>Bild</em> brachte die <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/28/stuttgart-21-jetzt-hat-sich-der-verfassungsschutz/eingeschaltet-unterwandern-linksextremisten-die-schwaben-revolte.html" target="_blank">Verschwörungstheorie</a> wie immer etwas griffiger auf den Punkt. Zwar versuchen bekanntlich alle Parteien, irgendwelche Unzufriedenheiten in der Bevölkerung &#8220;aufzunehmen&#8221; und für sich zu nutzen, aber wenn Extremisten das tun, ist es natürlich ganz gefährlich. <span id="more-13405"></span>Zwar ist es diesen vermeintlichen Extremisten laut Verfassungsschutz noch nicht gelungen, breite Bündnisse im Stuttgarter Protest zu erzielen, und über &#8220;Störabsichten militanter extremistischer Gruppen&#8221; oder einen etwaigen schwarzen Block liegen auch keine Erkenntnisse vor, aber beobachten muss man natürlich weiter. Leider wurde nicht mitgeteilt, wie viele Beobachter im Einsatz sind; deshalb kann ihre Anzahl im Sinne einer korrekten Berichterstattung nicht von der Masse des &#8220;bürgerlich-demokratischen Spektrums&#8221; abgezogen werden, das die Proteste laut Verfassungsschutz glücklicherweise immer noch dominiert und sich gegen eine Unterwanderung Stuttgarts durch ein Milliardengrab wehrt. Vielleicht aber findet ja auch mancher Verfassungsschützer Stuttgart 21 blöd und verbindet beim Beobachten das Dienstliche mit dem Privaten. Hauptsache, er lässt sich nicht aus Versehen von Extremisten instrumentalisieren! (wh)</p>
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		<title>Rot tagt grün</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 06:07:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
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Umwelt- und energiepolitisch trauen viele der Linken wenig zu. In Kompetenz-Umfragen landet die Partei meist abgeschlagen auf dem letzten Platz, während die grüne Konkurrenz weit vorne liegt. Der Abstand ist in diesen Politikbereichen auch weit größer als etwa beim Thema soziale Gerechtigkeit, wo die Linke knapp besser als die Grünen abschneidet. Wie das in Zahlen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://lafontaines-linke.de/wp-content/uploads/2010/08/Bild-24.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-13400" style="margin-bottom: 5px; margin-right: 200px;" title="Bild 2" src="http://lafontaines-linke.de/wp-content/uploads/2010/08/Bild-24-300x132.png" alt="Bild 2" width="300" height="132" /></a></p>
<p>Umwelt- und energiepolitisch trauen viele der Linken wenig zu. In Kompetenz-Umfragen landet die Partei meist abgeschlagen auf dem letzten Platz, während die grüne Konkurrenz weit vorne liegt. Der Abstand ist in diesen Politikbereichen auch weit größer als etwa beim Thema soziale Gerechtigkeit, wo die Linke knapp besser als die Grünen abschneidet. Wie das in Zahlen aussieht, konnte man sich zuletzt im Juli bei Forsa <a href="http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/ard-deutschlandtrend/2010/juli/" target="_blank">anschauen</a>. Auch in Sachen Atomausstieg ergibt sich ein zwiespältiges Bild: Die Linke <a href="http://www.linksfraktion.de/thema_der_fraktion.php?artikel=1737227356" target="_blank">fordert</a> &#8220;die unverzügliche und unumkehrbare Stilllegung aller Atomanlagen“ &#8211; aber mehr als ein Drittel ihrer Sympathisanten sprachen sich vor einem Jahr in einer <a href="http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/ard-deutschlandtrend/2009/august" target="_blank">Umfrage</a> dagegen aus, vor kurzem erklärten in einer anderen <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/umfrage-zustimmung-zu-atomenergie-waechst_aid_533968.html" target="_blank">Studie</a> 79 Prozent der Linken-Anhänger, die Atomenergie sei vorläufig unverzichtbar. Bei den Grünen waren die „Abweichler“ in der Anhängerschaft weit weniger zahlreich. Das wird Gründe haben, die womöglich auch in der mangelnden Sichtbarkeit der zweifellos vorhandenen energie- und umweltpolitischen Expertise liegen. Aber sicher nicht nur daran. „Wir müssen zunächst einmal unsere eigenen Defizite aufarbeiten“, hat jetzt der umweltpolitische Sprecher der Bremer Linksfraktion, Klaus-Rainer Rupp, in der <em>Jungen Welt</em> <a href="http://www.jungewelt.de/2010/08-31/042.php" target="_blank">erklärt</a>. Eine Gelegenheit dazu soll eine groß angelegte <a href="http://www.linksfraktion.de/termin_der_fraktion.php?artikel=1668502519" target="_blank">Energiekonferenz</a> in dieser Woche in Hamburg bieten. <span id="more-13393"></span>Die zweitägige Konfgerenz in &#8220;Der Fabrik&#8221; wird von den Linksfraktionen im Bundestag und aus fünf Nordwest-Landtagen veranstaltet (warum ist eigentlich keine Ostfraktion dabei?) und soll zahlreiche Workshops zu Energiedemokratie, Green New Deal, Klimagerechtigkeit und anderen Themen bieten. Auf der Agenda stehen zudem der Ausstieg aus der Atomenergie, der Ausbau erneuerbarer Energien, die Rekommunalisierung privatisierter Strombetriebe und das Energiesparen unter den Bedingungen zunehmender Armut. Eingeladen sind auch Vertreter von Umweltschutzinitiativen und Klimaaktivisten. (tos, Grafik: Freitag)</p>
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		<title>Vier Prozent hinter Kohl</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 19:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Dietmar Bartsch]]></category>
		<category><![CDATA[Gesine Lötzsch]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Während der Zirkus Sarrazin die öffentliche Aufmerksamkeit ursupiert, haben die Sozialdemokraten ihren Leitantrag für den Parteitag Ende September beschlossen. Darin geht es unter anderem um die Beteiligung von besser Verdienenden an der Finanzierung des Gemeinwesens. Die Liberalen halten schon das für „obszön“, die Linksfraktionsvize Bartsch hingegen meint, die SPD korrigiere „eigene Fehler“ und bewege sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während der Zirkus Sarrazin die öffentliche Aufmerksamkeit ursupiert, haben die Sozialdemokraten ihren <a href="http://www.spd.de/de/aktuell/pressemitteilungen/2010/08/SPD-Parteivorstand-beschliesst-Leitantrag-Deutschland-besser-regieren-Neues-Wachstum---Unser-Projekt-fuer-ein-faires-Deutschland.html" target="_blank">Leitantrag</a> für den <a href="http://www.spd.de/de/aktuell/termine/index.html" target="_blank">Parteitag</a> Ende September beschlossen. Darin geht es unter anderem um die Beteiligung von besser Verdienenden an der Finanzierung des Gemeinwesens. Die Liberalen halten schon das für „obszön“, die Linksfraktionsvize Bartsch hingegen <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EC7B5452A40644FCE8900A20E9369E919~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">meint</a>, die SPD korrigiere „eigene Fehler“ und bewege sich in die richtige Richtung. Auch Linkenchefin Lötzsch bescheinigte der SPD, sie habe dazugelernt. Gemeint ist u.a. die Forderung nach Anhebung des Spitzensteuersatzes von 42 auf 49 Prozent, in Wahrheit allenfalls ein kleiner Schritt. Die Linkspartei selbst <a href="http://www.linksfraktion.de/thema_der_fraktion.php?artikel=1763539800" target="_blank">will deutlich mehr</a> und auch der SPD-Linken geht die Gabrielsche Korrektur <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E96FDF0A5CA7142EE8E1CCB8DC6F93B14~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">nicht weit</a> genug. <span id="more-13368"></span></p>
<p>Immerhin hatte der Satz zu Zeiten der sozialistischer Umtriebe eher unverdächtigen Regierung Kohl noch bei 53 Prozent gelegen und war dann erst von den Sozialdemokraten gesenkt worden. Die nun angepeilte Regelung kehrt aber nicht nur nicht zu der Kohlschen Marke zurück, die SPD will den Spitzensteuersatz auch erst ab einem Einkommen von 100.000 (Ledige) bzw. 200.000 (Verheiratete) ansetzen &#8211; derzeit greift die „Spitzensteuer“ bereits ab 53.000 Euro. Einen Aufschlag für Spitzenverdiener wie bei der von der Großen Koalition eingeführten „Reichensteuer“ (45 Prozent ab 250.001 bzw. 500.002 Euro) soll es nicht mehr geben &#8211; einen solchen Zuschlag als Teil des neuen sozialdemokratischen Steuerkonzept hatte zum Beispiel Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner <a href="http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1614549/SPD-will-Spitzensteuersatz-von-49-Prozent.html" target="_blank">gefordert</a>.</p>
<p>Der Juso-Vorsitzende Sascha Vogt hat nun <a href="http://www.forum-dl21.de/meldung.php?meldung=245&amp;page=" target="_blank">erklärt</a>, die Anhebung des Spitzensteuersatzes gehe zwar „im Grundsatz in die richtige Richtung“. Eigentlich sei es aber notwendig, diesen „noch deutlicher zu erhöhen“ und zugleich bei einem Aufschlag von drei Prozent zu bleiben, und zwar bereits „ab einem Jahreseinkommen von 125.000 Euro für Alleinverdienende“. Da Wohlhabenden in den vergangenen Jahren „unter anderem durch die Steuerpolitik von Rot-Grün“ massiv entlastet wurden, müsse genau hier angesetzt werden, so Vogt. Derzeit <a href="http://wirtschaft.t-online.de/rezessionsfolgen-einnahmen-aus-reichensteuer-brechen-ein/id_21713474/index" target="_blank">zahlen</a> rund 40.000 Menschen in Deutschland die „Reichensteuer“, die Einnahmen lagen 2009 bei rund 610 Millionen Euro. Die Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 49 Prozent soll rund fünf Milliarden Euro bringen.</p>
<p>Man wird abwarten müssen, ob sich die Linken in der SPD noch erfolgreich in die Debatte einschalten können. Ein umfassendes Steuer- und Abgabenkonzept wollen die Sozialdemokraten erst auf einem Parteitag 2011 beschließen. Bereits jetzt setzt die SPD auf „die Wiedereinführung einer privaten allgemeinen Vermögensteuer“, aus der <span><span>dem Staat rund zehn Milliarden Euro zufließen könnten. </span></span>Außerdem soll die Abgeltungssteuer von 25 Prozent für Kapitaleinkünfte angehoben und geprüft werden, „ob künftig private Kapitaleinkünfte wieder mit dem allgemeinen Einkommensteuertarif versteuert werden sollten“. Außerdem will die Partei „das nicht mehr zeitgemäße Ehegattensplitting“ reformieren. (tos)</p>
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