Auf dem Rednermarkt
„Macht ruhig weiter so; ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt“,
hat Gregor Gysi im Mai 2002 in das Gästebuch der Sabine-Christiansen-Talkshow geschrieben. Im Juli 2007 kaufte Thorsten Fuhrberg, der Inhaber von „CSA Celebrity Speakers“ die Devotionalie und zwei weitere Jahre später hat die Düsseldorfer Agentur dann einen Vortrag mit dem Chef der Linksfraktion vermittelt. Angegeben hat Gysi Stufe 3 der Regeln zur Offenlegung von Tätigkeiten und Einkünften von Bundestagsabgeordneten neben dem Mandat, also über 7.000 Euro. Die Agentur „repräsentiert“ auf dem „internationalen Rednermarkt“ weltweit jede Menge Promis, ein weiterer aktiver Bundestagsabgeordneter ist 2008 und 2009 „repräsentiert“ worden: Guido Westerwelle. Stefan Grüll hat vor einiger Zeit in seinem Blog geschrieben: “Ab 20.000 Euro erläutert Oskar Lafontaine dem masochistischen Klassenfeind als Stargast des Firmenjubiläums die Segnungen des Sozialismus. Den Liberalismus verkauft Guido Westerwelle bereits für kärgliche 7.500 Euro. Wer sich den FDP-Vorsitzenden dreimal erspart, kann sich Gregor Gysi leisten. Die Härte des Marktes trifft zuweilen eben auch den gläubigsten Jünger.” (vk)
Kommentare / ONE COMMENT
snooker am 02 Mrz 10 at 08:08man kann von dieser bezahlrednerei halten, was man will, aber es ist ein unterschied, ob ein politiker für eigenes honorar redet und das dann angibt oder ob dafür geld in die parteikasse fließt – ohne erwähnung im spendenbericht.
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