Kein Pardon

Projekt Zukunft, nennt sich der Ring Christlich-Demokratischer Studenten, gern aber beschäftigt man sich in dem Verein auch mit der Vergangenheit: vor allem der DDR und was diese so hervorbrachte. Stasi, Bespitzelung, Verrat – das soll nicht in Vergessenheit geraten, mehr noch: Es muss „beim Schulabschluss abgefragt“ werden. Diese bestimmt sehr wichtige Forderung findet sich in einer Erklärung des RCDS, einer drolligen Organisation, in der Leute wie Steffen Liebendörfer das Sagen haben. Und was hat der zu sagen? Nun, siehe oben – der Mann steht auf dem Bild ganz rechts, das ist aber jetzt wirklich nur Zufall. Liebendörfer sagt, dass die „Schlange“ SED heute „ihr freiheitsfeindliches Gift unter dem Namen SDS.Die Linke“ verspritzt. Deshalb fordert er erstens „eine engmaschige Überwachung“ durch den politischen Geheimdienst und plädiert zweitens für eine Kultur des inoffiziellen Mitarbeitens. Wachsamkeit sei nötig, Verfehlungen der „Schlange“ müssten „unweigerlich zur Anzeige“ gebracht werden. „Da darf es kein Pardon geben.“ Genau. Was die Hauptabteilung Aufklärung des RCDS unter „freiheitsvernichtenden Politikansätzen“ versteht, sagt Liebendörfer nicht genau, wohl wegen der Konspiration. Psst! Da ist es natürlich nicht so einfach, die staatsfeindlichen Elemente zu erkennen. Aber zum Glück gibt es ja das Projekt Zukunft – den RCDS. (tos)
Kommentare / 2 COMMENTS
Lesender Arbeiter am 04 Feb 10 at 18:45vielleicht erklärt sich die bissigkeit der rcds-leute ja auch aus einer unverarbeiteten verlusterfahrung im cdu-spektrum: war nicht die neue im bundestag, lafontaines nachfolgerin yvonne ploetz, früher mal in der jungen union?
David Noack am 05 Feb 10 at 01:30Zum Glück bin ich ja bei Die Linke.SDS und nicht andersherum…
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