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Wasser und Salz

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Oskar Lafontaine hat dem Neuen Deutschland ein langes Interview gegeben. Es geht um Schwarz-Gelb, die Koalitionsfrage, Kursfestlegungen und rote Linien, die SPD-Regierungszeit des scheidenden Linken-Chefs im Saarland und was sich seither in dessen Politikverständnis verändert, besser: radikalisiert hat. Davon erfährt nichts, wer nur die Nachrichten über das Interview liest. In denen geht es fast ausnahmslos um die Personaldebatte sowie Lafontaines Konflikt mit Dietmar Bartsch, der sich erstmals in dieser Deutlichkeit alle Vorwürfe anhören muss: einige Äußerungen über die NRW-Linke seien „mit den Aufgaben des Bundesgeschäftsführers unvereinbar“ gewesen; die Bemerkung in einem Interview vom November, es gebe keinen Zusammenhang zwischen Lafontaines Verzicht auf den Fraktionsvorsitz im Oktober 2009 und dessen Krebserkrankung habe er als „niederträchtig“ empfunden. Von „in den Rücken fallen“ ist die Rede. Es gebe Regeln, so Lafontaine, diese müssten beachtet werden. Und man solle doch bitte „nach diesen Klarstellungen (…) die Debatte beenden“. Womit allerdings erst einmal ein Anlass für ihre Fortsetzung geschaffen wäre. Mindestens in den Zeitungen. „Nach wochenlangem Schweigen knöpft sich der scheidende Linken-Chef Lafontaine nun doch öffentlich Bundesgeschäftsführer Bartsch vor“, schreibt der Spiegel, „Lafontaine rechnet mit Bartsch ab“, heißt es in der Süddeutschen und das Hamburger Abendblatt titelt „Jetzt doch: Lafontaine geht auf Bartsch los“. Salz in die Wunden. Und Wasser auf die Mühlen, deren Drehen zu befördern der Linken-Chef doch eigentlich kritisiert hat. Ab wann ist jemand „Stichwortgeber“ für den gegen die Linkspartei gerichteten „Kampagnenjournalismus“? Und wie war das mit dem Vorstandsbeschluss, „nach dem Kritik an der Partei und einzelnen Personen in den dafür zuständigen Gremien geübt werden sollte“? (vk)

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