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Bildungsplus in Hamburg

Drei namhafte ehemalige Bildungspolitikerinnen der Hamburger SPD haben sich jetzt der Linken angeschlossen. Sabine Boeddinghaus, Karen Medrow-Struß und Christiane Albrecht haben sich aus Unzufriedenheit über den bildungspolitischen Schlingerkurs der Sozialdemokraten in der Hansestadt zu diesem Schritt entschlossen. Boeddinghaus und Albrecht hatten die SPD im Herbst 2008 verlassen; Anlass war die Haltung der SPD zur Volksinitiative „Eine Schule für alle“. Damals hatten die beiden Frauen wie viele andere Aktivisten wochenlang Unterschriften gesammelt; am Ende scheiterte die Volksinitiative knapp. Was sie am meisten ärgerte: Die SPD hatte ihnen untersagt, im Namen der Partei aufzutreten, obwohl das Ziel einer der Initiative auch Teil der sozialdemokratischen Programmatik ist. Zwar bekenne sich die SPD im Prinzip zu längerem gemeinsamem Lernen, aber wenn es konkret werde, zaudere sie immer wieder.

Mit den drei Politikerinnen verliert die Hamburger SPD bildungspolitische Schwergewichte: Albrecht war Vorsitzende der Gewerkschaft GEW in Hamburg und Vorsitzende der Partei-Arbeitsgemeinschaft Bildung. Medrow-Struß, die die SPD schon 2004 verlassen hatte, war Vorsitzende des SPD-nahen Hamburger Elternvereins und ist Chefin des Vereins „Eine Schule für alle“. Boeddinghaus war Bürgerschaftsabgeordnete. Schon seit einiger Zeit haben die drei in der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung der Linkspartei mitgemacht. Die Vorsitzende der Linksfraktion in der Hamburger Bürgerschaft, Dora Heyenn, freut sich über die Verstärkung in ihrer Partei – nicht zuletzt, weil es in Hamburg im Sommer einen Volksentscheid geben wird, in dem es um längeres gemeinsames Lernen geht. (wh)

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