Linker Think Tank i.G.
Als die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vor einigen Tagen
einem rot-rot-grünen Vorstoß (mehr dazu hier) als Plattform diente, wurde im Begleittext bereits von einer nächsten Initiative geraunt: Andrea Ypsilanti, Hermann Scheer und Katja Kipping planten, so hieß es, ebenfalls eine „rot-rot-grüne Offensive“. Inzwischen ist die Sache an die Öffentlichkeit gelangt, dieses Mal über die Welt, die über die Idee zur Gründung eines linken Think Tanks berichtet. Am Wochenende wird in Berlin ein Verein gegründet, aus dem später ein Institut hervorgehen soll. Auf kurzfristige Parlamentsstrategien will sich diese Denkfabrik genauso wenig beschränken wie auf das rein parlamentarische Feld. Die Arbeit an einem Gegenentwurf zum Neoliberalismus soll vielmehr auf breiterer gesellschaftlicher Basis gründen, wird Politiker wie Sven Giegold ebenso einbeziehen wie Gewerkschafter und Wissenschaftler. Stefan Lessenich, Soziologieprofessor in Jena zum Beispiel: Es gehe darum, sagt der, existierende Konzepte zu bündeln und sie politisch umsetzungsfähig zu machen. Wissensproduktion und politische Diskursfähigkeit, Crossover und strategische Planung – man darf auf die Arbeit des Instituts gespannt sein. Zur konkreten inhaltlichen Ausrichtung haben sich die Initiatoren bisher noch nicht öffentlich geäußert. Man darf aber annehmen, dass die von Ypsilanti vor geraumer Zeit vorgestellten Überlegungen zur „Sozialen Moderne“ dabei eine Rolle spielen werden. (tos)
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Tweets die Linker Think Tank i.G. - Kreis um Ypsilanti, Kipping, Giegold will Denkfabrik gründen erwähnt -- Topsy.com am 30 Jan 10[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Till Westermayer, Lafontaines Linke, Norbert Schepers, Matthias Gruber, Ulf Riebau und anderen erwähnt. Ulf Riebau sagte: RT @Linksdings linker thinktank: Kreis um Ypsilanti, Kipping, Giegold, Scheer will Institut gründen http://tinyurl.com/ygactk9 #rotrotgruen [...]
Themenseite Crossover | Lafontaines Linke am 07 Mrz 10[...] Linker Think Tank i.G. 28. Januar: Andrea Ypsilanti, Hermann Scheer und Katja Kipping planten, so hieß es vor einigen Tagen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, eine „rot-rot-grüne Offensive“. Inzwischen ist die Sache an die Öffentlichkeit gelangt, dieses Mal über die Welt, die über die Idee zur Gründung eines linken Think Tanks berichtet. Am Wochenende wird in Berlin ein Verein gegründet, aus dem später ein Institut hervorgehen soll (weiterlesen) [...]
Ingo am 28 Jan 10 at 17:52Stephan nicht Stefan Lessenich: http://www.stephan-lessenich.de
weser_knecht am 28 Jan 10 at 18:13Ja, da kann man und frau gespannt sein, auf die Ausrichtung, die Aktivitäten und die Personen dieses Think Tanks. Spannung verspricht auch die Begründung, warum die Rosa Luxemburg Stiftung oder auch Böll diese Funktion ja nach Ansicht des Gründerkreises nicht einnehmen können/wollen/sollten/dürfen….
tos am 28 Jan 10 at 18:36@weser_knecht In der Tat. Hast Du eine Antwort? Grüße
Sascha Schlenzig am 28 Jan 10 at 19:32Linker Think-Tank, so,so. Es gibt also nicht genug linke Expertise? Gut, wenn Linke den Grund für ihre Zusammenarbeit wissenschaftlich begründen wollen. Früher nannte man das Crossover und hatte das Ziel, Regierungsbeteiligungen vorzubereiten.
tos am 28 Jan 10 at 20:06lieber sascha, wenn leute sich zum denken zusammentun, dann liegt dem nicht immer die bornierte haltung zugrunde, es gebe sonst nur idioten. natürlich gibt es viel linke expertise, niemand hat etwas anderes behauptet. dass alles, was früher crossover genannt wurde, regierungsbeteiligungen vorbereiten sollte, ist nicht ganz richtig – und selbst wenn, was wäre das problem? ist die form, in der man politik betreibt, deine sorge, oder doch nicht eher die politik, die man in dieser form betreibt? und warum das nicht flankieren durch nachdenken? ich hab mitunter das gefühl, hier wird einfach für schlecht befunden, weil es andere machen. die SL ist doch nicht gegens regieren und diskutieren, oder?
bemx am 28 Jan 10 at 22:23da ein politikwechsel nur in und mit einem bündnis aus arbeit, wissenschaft und kultur hegemoniefähig werden kann, ist der grundansatz zunächst einmal sehr sympathisch.
Sascha Schlenzig am 28 Jan 10 at 22:57Lieber Tom,
ließ doch mal die SL-Beschlüsse, wir sind für Cross-over in einem klar abgesteckten Rahmen. Wir sind für Regierungsbeteiligungen unter inhaltlichen Maßstäben, vgl. Lafontaine. Da wird übrigens noch einiges kommen seitens der SL, keine Angst, da wirst du drüber schreiben können. Ich mache nur darauf aufmerksam, dass hier etwas hochtrabend “ThinkThank genannt wird”, wo es doch in erster Linie um Cross-over und Regierungsbeteiligung geht. Ja, ich bin skeptisch was Ypsilantis-Politikansätze und Fähigkeiten angeht, aber das steht auf einem anderen Blatt und ist nicht Gegenstand der Diskussion.
tos am 29 Jan 10 at 09:30Lieber Sascha, ich freue mich auf die SL-Beiträge, hoffe, dass die Politikansätze von Ypsilanti dann doch noch einmal Gegenstand einer Diskussion werden und sehe immer noch nicht den Widerspruch zwischen Regierungsbeteiligungen nach inhaltlichen Maßstäben und einer Denkfabrik, “die Impulse für alternative Programme und eine alternative Politik geben” will. Und von wegen hochtrabend: So, wie ich gespannt bin auf das, was von der SL kommen wird, so bin ich es auch bei dem geplanten Institut. Bewerten würde ich die Dinge erst, wenn ich sie gelesen habe.
weser_knecht am 29 Jan 10 at 14:45reply zu @tos am 28 Jan 10 at 18:36: nein habe ich natürlich nicht. Ein gewichtiger dürfte sein, dass die RLS kein überparteiliches Projekt ist, sondern per definition (noch nicht mal in ihrem konkreten agieren in etlichen teilen) einer Partei zugeordnet ist. Und hier geht es ja um was (partei)übergreifendes. Fraglich dürfte auch die Finanzierung eines solches Tanks sein, denn da ist man/frau ja schnell bei Summen von 200.000 EURO pro Jahr. Es bleibt also spannend.
Ingo am 31 Jan 10 at 13:10Das ganze soll nun wohl “Crossover-Institut Solidarische Moderne” heißen – alle anderen Namen waren wohl bereits vergeben
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Ingo am 31 Jan 10 at 17:23Und über eine website ist das Institut ab heute Abend auch erreichbar: http://www.solidarische-moderne.de
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