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Stell dir vor, es ist Wahl

Wenn von großem Desinteresse und niedriger Beteiligung die Rede, verursacht das gut eine Woche vor den Europawahlen keinen besonderen Wirbel. Man hat sich an solche Meldungen längst gewöhnt: Zwei Drittel wollen entweder gar nicht wählen gehen oder sind noch unentschieden, ob sie an der Wahl teilnehmen. Was auch den Aussagewert der Prognosen mindert, die derzeit kursieren (predict09.eu und ZDF-Politbarometer und Deutschlandtrend). Danach kann die Linke mit Verbesserungen rechnen. 2004 hatte die PDS noch 6,1 Prozent erreicht, jetzt könnten es zwischen 7 und knapp 9 Prozent werden. Das liegt zwar unter den angepeilten 10 Prozent plus X – wäre aber angesichts des ungünstigen Bildes, das derzeit von der Partei gezeichnet wird, gar nicht so schlecht. In der Süddeutschen von heute ist mal wieder von einer Linken die Rede, die sich „in Flügelkämpfen zerfleischt”; die Frankfurter Allgemeine lässt Carl Wechselberg das vielfach Gesagte wiederholen (nur gegen Bezahlung). Die Berliner Zeitung, die ein Kurzporträt von EU-Spitzenkandidat Lothar Bisky bringt, kommt an der Fundi-Realo-Logik ebenfalls nicht vorbei. Das ist überhaupt der allgegenwärtige Tenor – die Partei sei um den Kurs von „Anti-Eurofighter” Oskar Lafontaine zerstritten. Nun hat der linke Flügel der Linken dafür geworben, trotzdem der Partei nicht die Stimme zu versagen. Auf Seitenhiebe gegen die innerparteiliche Konkurrenz verzichtet der Aufruf gleichwohl nicht. „Klare linke Positionen” böten mehr Chancen, heißt es da, als „sich die Welt zurechtzulügen”.

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Kommentare / ONE COMMENT

[...] das geringe Interesse an den Europawahlen war hier im Blog schon die Rede. Zu den möglichen Gründen liefert jetzt eine Forsa-Umfrage einen [...]

Lothar wer? » Lafontaines Linke am 03 Jun 09

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