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Chronistenpflicht

Eigentlich gibt es wenig Gründe auf eine Debatte hinzuweisen, die so vernagelt ist, dass man spätestens nach dem dritten Bier entweder schon Kriegstreiber oder längst Antisemit ist. Zumal hier das immer selbe Stück aufgeführt wird, in wechselnder Besetzung und Kulisse (mehr hier oder hier). Andererseits gibt es die Chronistenpflicht auf, den neuesten Streit über den so genannten Nahost-Konflikt wenigstens zu annotieren. Der jüngste Krieg in Gaza war nicht nur Gegenstand zahlloser Presseerklärungen von Linkspolitikern, sondern auch Anlass für Demonstrationen, die sich im Grunde jeweils der einen oder der anderen Seite verpflichtet fühlten. Die Teilnahme des Berliner Landesvorsitzenden an einer Kundgebung der Jüdischen Gemeinde hatte schon im Vorfeld für Kritik gesorgt, inzwischen ist ein Offener Brief erschienen, in dem Klaus Lederer vorgeworfen wird, mit seiner dort gehaltenen Rede den Parteikonsens „aufgekündigt” zu haben, nach dem Krieg kein Mittel der Politik sein könne. Lederer selbst verweist auf das tatsächlich Gesagte und erinnerte daran, dass er sich sowohl vom Aufruf zur Kundgebung distanziert als auch ausdrücklich für ein Schweigen der Waffen plädiert habe. Über Stellungnahmen verschiedener Parteiflügel kann man sich hier und hier und hier informieren; über das Interesse der parteinahen Medien hier und hier und hier; und über jenes anderer unter anderem hier.

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Kommentare / 2 COMMENTS

Kannst du statt neunmal mit dem Wort “hier” zu verlinken, ein Stichwort oder eben das Ziel des Links benennen?

lorenz am 24 Jan 09 at 21:11

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