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Wieder da: Lucy Redler

Wenn die Linkspartei einen nur einigermaßen prominenten Neuzugang verbucht, ist das normalerweise Stoff genug für eine Presseerklärung. Vor ein paar Tagen zum Beispiel, als der frühere bayerische ver.di-Landesvize Michael Wendl seinen Austritt aus der SPD und den Wechsel zur Linken erklärte. Die Personalie soll im Wahlkampf offenbar Gewerkschafter locken. Ähnliche Marketingversuche wird die Partei mit dem jüngsten Neuzugang wohl kaum versuchen. Und das liegt nicht daran, dass Lucy Redler weniger bekannt wäre als Wendl.

Sie war die Frontfrau der widerspenstigen Berliner Wahlalternative, die kein gutes Haar an der rot-roten Koalition in Berlin ließ, im Herbst 2006 in Konkurrenz zur Linkspartei zu den Abgeordnetenhauswahlen antrat, dafür den Rauswurf aus der Partei riskierte, später die Fusion zwischen PDS und Wahlalternative nicht mitmachte und einen Neuanfang mit einer Gruppe namens BASG wagte. Besonders große Freude kam in der Linkspartei über ihren Eintritt nicht auf. Der Berliner Landeschef Klaus Lederer, der in Sachen Streit mit Lucy Redler einige Erfahrungen haben dürfte, hoffte im Neuen Deutschland immerhin noch, „vielleicht hat sie dazugelernt”. Im Blog der Linkspartei Sachsen sieht man dagegen schon „neue Konflikte” im hauptstädtischen Landesverband heraufziehen.

Von einem Sinneswandel will auch Redler nichts wissen. An ihrer Kritik am rot-roten Senat hält sie ebenso fest wie an ihrer generell ablehnenden Haltung gegenüber „Regierungsbeteiligungen mit Sozialabbau-Parteien, sei es durch Koalitionen oder Tolerierungsabkommen”. Andererseits gesteht Redler die Pleite der BASG ein: eine Organisation neben der Linkspartei sei wegen deren „Ausstrahlungskraft” derzeit „schwer zu realisieren gewesen”.

Dahinter verbirgt sich offenbar auch ein Strategiewechsel der Sozialistischen Alternative SAV, der Redler angehört. Gegen die dem trotzkistischen Lager zugerechnete Gruppe wurde schon früher der Vorwurf erhoben, sie versuche die Linkspartei zu unterwandern. Prompt wird nun erneut von einer „feindlichen Übernahme” gesprochen. In der Tat hat die SAV inzwischen beschlossen, „jetzt auch in Ostdeutschland und Berlin in DIE LINKE” einzutreten – bisher hatte man versucht, „von außen den Druck” zu erhöhen und lediglich im Westen nichts gegen eine Mitgliedschaft in der Linkspartei einzuwenden gehabt. Eine andere trotzkistische Gruppe, Linksruck, hatte bereits im Herbst 2007 die Selbstauflösung erklärt und die Mitglieder aufgefordert, in der Linkspartei mitzuwirken. Ein ähnliches Ende steht nach Redlers Angaben der SAV derzeit allerdings nicht bevor.

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Kommentare / 4 COMMENTS

[...] Streit um den Eintritt von Lucy Redler in die Linkspartei (mehr hier und hier und hier) findet vorerst kein Ende. Die Berliner Landesschiedskommission, bei der ihr [...]

Redler muss weiter warten » Lafontaines Linke am 12 Dez 08

[...] Händel gegen eine anders lautende Entscheidung der Bezirksebene stattgegeben (die ganze Farce hier und hier und hier und hier). Welchen politischen Sinn der Streit um Redlers noch hat? Keine Ahnung. [...]

Redler gibt weiter Anlass » Lafontaines Linke am 08 Jan 09

[...] verkündet werden soll. In der Linkspartei wird der seit langem geführte Streit (mehr dazu hier und hier und hier im Blog)  mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. In den vergangenen Tagen [...]

Redler muss warten » Lafontaines Linke am 27 Apr 09

[...] Alternative in der Vergangenheit bereits versucht, in die Partei einzutreten (siehe etwa hier und hier). Doch gewichtige Männer aus alten WASG-Tagen hatten der Berliner Rebellin die [...]

Beim dritten Versuch | Lafontaines Linke am 01 Sep 10

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