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Männlich geprägt

Kein Parteitag ohne Quoten-Diskussion – nach diesem ehernen Gesetz alternativer Politikkultur wird auch beim ersten Delegiertentreffen der neuen Linken nach der Fusion verfahren. Dem Frauenplenum am Vorabend wird auf dem Parteitag die Debatte über eine Reihe von Anträgen zur Geschlechtergerechtigkeit folgen. Der wichtigste kommt von der »Feministischen Frauenarbeitsgemeinschaft LISA«: Zwar seien Vorstände in Bund und Ländern sowie die Kandidatenlisten ab Landtagswahlen aufwärts bereits zu mindestens 50 Prozent weiblich quotiert. In Kreisen und Kommunen dagegen werde die Quote vielerorts nicht eingehalten. Und auch auf Bundesebene sei das »Erscheinungsbild derzeit eher männlich geprägt«. Der LISA-Antrag fordert daher eine Bestandsaufnahme über den Anteil von Frauen in Gremien sowie Pläne zur gezielten Gewinnung von Frauen als Mitglieder. Das scheint auch nötig: Zwar ist man stolz auf »eine beachtliche Zahl engagierter Frauen« in ihren Reihen. Die Fusion mit der WASG brachte aber vor allem Männer in die neue Partei. Waren Ende 2004 noch 45,8 Prozent der Genossen Frauen, sind es bei der neuen Linkspartei nurmehr 39,2 Prozent. Das ist immer noch zwei Prozent mehr als bei den Grünen und doppelt so viel wie bei der CSU, die in dieser Konkurrenz am schlechtesten abschneidet. Der Frauenanteil bei Neueintritten im vergangenen Jahr betrug jedoch nur 25,3 Prozent – das ist die Größenordnung, die bei der CDU üblich ist.

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